Schneeglöckchen und Frau Holle

Wir haben heute für Euch eine Geschichte vom Schneeglöckchen. Die Fotos dazu sind aus unserem Garten im Kindergarten. Außerdem hat Anika noch die Geschichte von Frau Holle für Euch vorgelesen. Viel Spaß!

Frau Holle, gelesen von Anika

Das Schneeglöckchen

Es war Winterzeit. Die Luft war kalt und der Wind scharf, aber zu Hause war es warm und gemütlich. In ihrem eigenen Häuschen lag eine Blume und schlummerte in ihrer Zwiebel unter der Erde und dem Schnee.

Eines Tages fiel Regen. Die Tropfen drangen durch die Erde und berührten die Blumenzwiebel und erzählten von der Lichtwelt da oben. Bald drang der Sonnenstrahl fein durch den Schnee hinab in die Zwiebel und stach sie. „Komm herein“, sagte die Blume. „Das kann ich nicht“, sagte der Sonnenstrahl „Ich bin noch nicht stark genug, um die Erde aufzuschließen. Erst zum Sommer werde ich stärker.“

„Wann ist Sommer?“ fragte die Blume und sie wiederholte die Frage, sooft ein Sonnenstrahl zu ihr hinab drang. Aber es währte noch lange bis zur Sommerzeit, noch lag der Schnee und es fror Eis auf dem Wasser. „Wie lange dauert es noch?“ fragte die Blume immer wieder. „Ich fühle ein Kribbeln und Krabbeln, ich muss mich recken, ich muss mich strecken. Ich muss mein Erdenhaus aufschließen. Ich will hinaus und dem Sommer einen guten Morgen zunicken. Es wird höchste Zeit!“ Und die Blume reckte und streckte sich oben gegen die dünne Schale, die das Wasser von außen weich gemacht hatte und in die der Sonnenstrahl hineingestochen hatte.

Bald spross sie unter dem Schnee hervor mit weiß-grüner Knospe auf grünem Stengel und mit schmalen dicken Blättern, die sie gleich einem Mantel umgaben. Der Schnee war kalt, aber von Licht durchstrahlt. Und nun kam auch der Sonnenstrahl mit stärkerer Macht als bisher. „Willkommen, willkommen!“ Sang und klang jeder Strahl und die Blume erhob sich über den Schnee hinaus in die Lichtwelt.