Daheim mit Wolle weben

Weil es recht viel Zeit braucht, kommen wir auf der Farm leider fast nur in den Ferien dazu, etwas zu weben. Also dachten wir uns, dass wir die Zeit dazu nutzen, uns gegenseitig diese beruhigende Tätigkeit beizubringen. Wir hatten dabei super viel Spaß. Deshalb zeigen wir euch heute, wie ihr auch zu Hause weben könnt. Dabei entstehen kleine Webstücke, die zum Beispiel als Schmuck oder als Untersetzer verwendbar sind.

Wenn ihr auch Lust habt, Weben auszuprobieren, könnt ihr euch von uns sehr gerne (fast) alle benötigten Dinge ausleihen: Webrechen mit 12 Stäbchen, Wolle, etwas Faden und zwei Schraubzwingen. Alles was euch dann noch fehlt sind Schere, Maßband oder Zollstock.
Sprecht mit uns dafür einfach wieder per Telefon ab, wann ihr euren “Webbeutel” abholen kommt (0177 141 69 84).

Um die Technik zu üben, fangt doch erst mal mit 6 Stäbchen an. Als erstes müsst ihr das Unterteil vom Webrechen (die Latte mit den Löchern) mit den Schraubzwingen an einem stabilen Tisch befestigen. Lasst euch dabei am besten von euren Eltern helfen. Die können euch bestimmt auch sagen, welcher Tisch dafür am besten geeignet ist.

Schneidet euch dann vom Faden 6 Stücke ab, die doppelt so lang sind wie euer Webstück werden soll. (Unser Webstück oben ist etwas mehr als 30cm lang, also schneiden wir die Fäden auf 65cm.)

Die fertigen Stäbchen steckt ihr dann so in das Unterteil des Webrechens, dass die Löcher zueinander zeigen. Daraufhin könnt ihr schon die erste Wolle aussuchen anlegen. Beim Weben fängt man immer in der Mitte an. Dadurch ist der Fadenanfang in das Webstück hineinverwoben und muss nicht extra vernäht werden und das Gewebe löst sich nicht auf.

Die Wolle wird abwechselnd immer einmal vor den Stäbchen und dann einmal hinter den Stäbchen entlang gewickelt. Wenn ihr außen angekommen seid, geht es dann andersherum wieder zurück. Wichtig ist, dass ihr immer einen gleichmäßigen Zug am Faden habt – nicht zu fest, denn sonst wird das Webstück immer schmaler, und nicht zu locker, denn sonst bekommt das Webstück nicht genügend Festigkeit.

Francesca und Hangoma haben mit 12 Stäbchen gearbeitet und Francesca zeigt euch in den nächsten Bildern wie es aussieht, wenn ihr nicht gut genug gezogen habt (Bild 1) und wie es aussehen sollte wenn alles richtig ist (Bild 2). Wenn ihr mit einer Farbe fertig seid und wechseln wollt, beendet ihr die alte Farbe in der Mitte der Reihe sie dort ab. Danach wird auch die neue Farbe wieder mittig angesetzt und ihr macht einfach so weiter wie vorher. (Bild 3)

Nach einer Weile werden eure Stäbchen voll sein. Aber noch seid ihr nicht fertig. Um weiterweben zu können, müsst ihr erst Platz schaffen. Dafür zieht ihr die Stäbchen, eines nach dem anderen (!), nach oben aus dem Webstück raus, sodass die fertigen Reihen auf die Fäden herunterrutschen. Jedes Stäbchen steckt ihr direkt wieder in sein Loch. Anschließend habt ihr wieder Platz, um weiterzuweben.

Wichtig: Das Webstück nicht ganz bis zum Ende der Fäden hinunterschieben, denn aus den Enden der Fäden müssen noch die Fransen geknotet werden.

Wenn ihr irgendwann so weit seid, dass euer Webstück lang genug ist, ist es Zeit, die einzelnen Fransen zu Knoten. Dafür müsst ihr immer zwei benachbarte Fäden nehmen und so verknoten wie die Bilder es euch zeigen. Einen der beiden legt ihr über den anderen (in den Bildern ist es der gelbe Faden) und zieht ihn wieder unter ihm hervor wie bei einem normalen Knoten. Das ganze macht ihr dann mit den beiden übrigen Enden noch einmal, wobei ihr wieder den gleichen Faden zuerst über den anderen legt, den ihr auch beim ersten Knoten zuerst oben hattet. Das sollte dann so eine Schlaufe ergeben wie im zweiten Bild. Diese Schlaufe zieht ihr von beiden Seiten fest.

Achtung! Bei den äußeren Stäbchen nehmt ihr nicht nur einen sondern immer beide Fäden zusammen mit einem benachbarten Faden.

Wenn ihr das mit allen Fäden auf der einen Seite richtig gemacht habt, ist euer Webstück nun fast abgeschlossen und die Fäden halten nun als Fransen fest zusammen. Jetzt ist die andere Seite dran. Dafür schiebt ihr das Webstück ganz bis zu den Knoten herunter, und schneidet dann die Fäden bei den Stäbchen mit einer Schere durch. Diese Fäden verknotet ihr wie vorher zu Fransen. Wenn die letzte Schlaufe fest gezogen ist, ist euer Werk vollendet!

Gratuliation zu eurem (vielleicht ersten) eigenen Webstück! Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr eure fertigen Matten oder Bänder mit uns teilt, wir sind nämlich sehr gespannt, wie dick die Wolle ist, die ihr benutzt und welche Farben ihr wählt. (gerne per Mail an elsentaler@elsental.de).

Viel Spaß beim Ausprobieren wünschen wir schon jetzt.