Holunder und Honig

Heute soll es besonders um eine, im Elsental viel vertretene Pflanze gehen. Den Holunder. Wandert ihr über das Gelände werdet ihr an vielen Orten Holundersträucher finden. So steht einer zum Beispiel im ehemaligen Àll- Gehege.

Ein anderer hat sich mit einem Baum auf dem Tanzplatz zusammengetan und ist nun ziemlich groß. Seht mal! Oben und unten zwischen den eher rötlichen Mirabellenästen wächst der leuchtend grüne Holunder mit seinen weißen Blütendolden hindurch.

Ein wiederrum Dritter steht am unteren Ende des Reitplatzes. Fällt euch noch eine Stelle ein, an der ihr im Elsental einen Holunderstrauch finden könnt? Dann schreibt uns doch eine E-Mail an elsentaler@elsental.de. Wir freuen uns von euch zu hören.

Ganz unten im Beitrag haben wir auch noch eine andere tolle Neuigkeit für euch!

Nun haben wir es schon fast Juni und die Holundersträucher blühen in voller Pracht, mancherorts sind sie sogar schon verblüht!

Aus Holunder kann man richtig tolle Leckerein zaubern, denn seinen feinen Geschmack gibt er gerne und leicht ab. Es war also für uns höchste Zeit, dass wir mit der Ernte und der Verarbeitung einiger seiner Blüten beginnen.

Elke hat uns beigebracht, dass man Holunder ganz vorsichtig ernten sollte, indem man die Dolde behutsam umfasst und dann die kleinen Stängelchen zwischen Daumen und Zeigefinger einzeln abknipst. Auf diese Weise bleibt möglichst viel von dem Blütenstaub, der die Holunderblüten so schmackhaft macht, an der Pflanze.

Aus den gesammelten Blüten haben wir gleich zweierlei zubereitet. Als erstes erzählen wir euch von den Holunderküchlein. Ihr kennt diese Leckerei bestimmt, wenn ihr in den letzten Jahren zur Holunderzeit auf der Farm wart.
Wenn ihr sie selber machen wollt, müsst ihr euch zuerst ein paar Holunderblüten (mit Ständel) sammeln und diese von grobem Dreck und Tierchen befreien. Dann beginnt ihr einen eher flüssigen Pfannenkuchenteig zu machen.  Hier ein Rezeptvorschlag für den Teig:

 

Verrührt die folgenden Zutaten zu einem gleichmäßigen Teig:

  • 1 Ei
  • 100g Mehl
  • 150ml Milch
  • 50g Zucker
  • 1 Prise Salz

Am leckersten finden wir die Holunderküchlein wenn sie frittiert werden – dann werden sie nämlich nicht nur rundum gold-braun sondern auch schön knusprig.
Dafür erhitzen wir (geschmacksneutrales) Öl – zum Beispiel Raps- oder Keimöl – in einer Pfanne oder einem flachen Topf. Die Ölpfütze ist etwa 1,5cm tief – “fingerbreit” sagt man auch.
Zuerst hat das Öl stark zu rauchen begonnen, schnell haben wir unsere Pfanne von der Flamme genommen und gewartet, bis das Öl wieder kühler geworden war. Das war viel zu heiß! Wir stellen die Flamme niedriger und die Ölpfanne wieder auf den Herd.

Die richtige Temperatur müsst ihr bei eurem Herd ein wenig ausprobieren. Vielleicht haben eure Eltern da Erfahrung. (Die sollten euch beim Braten Besten unterstützen, weil das heiße Fett gerne herumspritzt und die Gefahr besteht, dass man sich etwas verbrennt.)

Bei uns hat das Fett jetzt genau die richtige Temperatur und wir beginnen mit dem Braten. Jede Holunderdolde – kleinere eignen sich unserer Erfahrung nach besser als große – wird einzeln in den Teig getaucht. Wir lassen sie gut abtropfen und schütteln vorsichtig, dass nur eine kleine Schicht Teig an den Blüten haften bleibt. Wenn zu viel Teig an den Dolden ist, dauert es meist zu lange, bis er wirklich durchgebacken ist. Außerdem werden die fertigen Küchlein mit weniger Teig noch viel knuspriger!

Dann endlich wird das Küchlein in Öl getaucht. Sofort beginnt es wild zu brutzeln und wir können beobachten wie sie immer goldener werden. Damit sie auch von oben gebacken werden, nehmen wir einen Löffel mit langem Stiel und löffeln mehrmals heißes Öl aus der Pfanne auf die Holunderküchlein.

Ihr könnt sie so lange im Fett lassen wie ihr wollt. Wir mögen sie sehr gerne, wenn sie gerade anfangen, leicht bräunlich zu werden, oben aber noch golden sind. Das Schwierige dabei ist, dass sie von unten immer dunkler sind als von oben und deshalb lassen auch wir manche Küchlein ein paar Momentchen zu lange im Öl brutzeln. Schon ein paar Sekunden zu viel machen hier den Unterschied zwischen perfekt und etwas zu dunkel.

Probiert also einfach ein bisschen herum und findet heraus, wie euch die Holunderküchlein am besten schmecken!

An den fertigen Küchlein tropft das Öl nur so herunter, als wir sie aus der Pfanne nehmen. Also legen wir sie erstmal auf einem Küchentuch ab, damit etwas von dem Öl von dem Tuch aufgesaugt wird.

Wenn ihr Frittiertes nicht so gerne mögt, könnt ihr die Küchlein auch ganz normal in der Pfanne braten. Hier müsst ihr auch ganz besonders auf die Temperatur achten und auch darauf, nicht zu viel Teig zu verwenden. Die normal gebratenen Küchlein wurden bei uns nicht ganz so knusprig, schmecken aber genauso aromatisch!

Teilen macht Freude! Während wir also zu den anderen Betreuerinnen und Betreuern gehen, um die leckeren Holunderküchlein zu teilen, lüften wir die Küche kräftig durch.

Das hochverehrte Betreuungspersonal hat sich über die kleinen Snacks zwischendurch sehr gefreut. 😉

Wir haben für die Teigmenge übrigens zu wenig Holunderdolden gesammelt.
Weil das Fett noch heiß war und etwas Teig übrig, haben wir den restlichen Teig kurzerhand in das Öl geschüttet und darin frittiert. Nach einer Minute haben wir den Teig gewendet, sodass auch die oberseite gut frittiert ist. Das Ganze wurde zu einem außen knusprigen und innen weichen Pfannkuchen mit Holunderaroma. Auch echt lecker!

Das die andere Leckerei, die wir aus den Holunderblüten zaubern konnten ist Holunderblüternsirup. An heißen Tagen gibt es doch kaum etwas erfrischenderes, als ein Glas kaltes Wasser mit einem kleinen Schuss Holunderblütensirup

Natürlich beginnt die Zubereitung mit dem Sammeln einer ordentlichen Menge Holunderblüten. Am besten sammelt ihr eure, wie wir es am Anfang von dem Beitrag beschrieben haben. Wichtig ist auch, dass ihr den Holunder in dem Gefäß in das ihr ihn sammelt immer wieder stopft, sodass er am Ende ganz dicht gefüllt ist.
Zu dritt haben wir diesen 5L-Eimer in rund dreißig Minuten voll gesammelt:

Wir haben unser traditionelles Farmrezept für euch heruntergerechnet . Wenn ihr genau dem Rezept folgt, bekommt ihr zirka 500ML Sirup. Wenn ihr größere Mengen Sirup zubereiten wollt, könnt ihr das Rezept ganz einfach vervielfachen.
Für ~500ML Holunderblütensirup braucht ihr:

  • Holunderblüten gestopft im 1L-Gefäß
  • 450ML Wasser
  • 450G Zucker
  • 10G Zitronensäure

Die Zutaten kennt ihr nun. Wir erzählen euch jetzt, wie wir den Sirup weiter zubereiten. Das könnt ihr dann einfach nachmachen.

Als erstes bringen wir das Wasser in einem großen Topf zum kochen. Der Topf erschien uns viel zu riesig für die Menge an Wasser, die darin war. Elke erklärte uns aber, dass die Blüten ja sehr viel Platz brauchen und wir deshalb einen so großen Eimer benutzen.
Als das Wasser einmal aufgekocht war, nahmen wir es von der Hitze weg und rührten den Zucker und die Zitronensäure unter, bis sie sich komplett im Wasser aufgelöst haben. Dabei mussten wir uns immer wieder abwechseln, weil der Wasserdampf am Anfang doch sehr heiß war.

Dann schütten wir die Holunderblüten in den Topf und drücken sie anschließend unter das Wasser, bis sie eine gleichmäßige, ebene Oberfläche bilden.

Die Mischung lassen wir jetzt für 24 Stunden durchziehen.

Am nächsten Tag schütten wir Blüten und Sirup durch ein Sieb, und kochen den Sirup noch einmal kurz auf. Wir haben schon eine kleine Probeportion direkt abgefüllt. In einem anderen Topf kochen wir Wasser und legen die Flaschen in die der Sirup gefüllt werden soll mit ihren Deckeln ins Wasser. Durch das Abkochen der Flaschen – das wird übrigens sterilisieren genannt – werden auch die letzten Bakterien abgetötet.

Nun kann der heiße Sirup endlich in Flaschen abgefüllt werden. Weil das genaue Portionieren aus dem großen Topf so schwierig ist, füllen wir ihn erst in eine Metallkanne und schütten ihn dann über einen Trichter in die Flaschen.

Wir schrauben die Flaschen nochmal fest zu und lassen sie einige Minuten Kopfüber stehen. Das sorgt nochmal dafür, dass sie länger haltbar werden.
Danach lassen wir sie “richtig herum” vollständig abkühlen.
Die ausgesiebten Blüten kochen wir anschließend mit Minze und Zitronenmelisse zu einem leckeren Tee auf.

Vor drei Wochen haben wir das erste mal in diesem Jahr Honig geschleudert und euch davon berichtet. In den letzten Tagen haben wir den Honig nun in Gläser gefüllt und mit Etiketten versehen. Der Elsentaler Bienenhonig aus dem Jahr 2020 ist da!

Wir freuen uns schon riesig auf das nächste Farmfest und auf eure Besuche, um die süße Ernte mit euch teilen zu können.